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TrioColores eröffnet neue Klangwelten in Köln

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Von Guido Krawinkel.

Man hört – und staunt! Bei seinem Konzert im Sendesaal des Deutschlandfunks macht das TrioColores seinem Namen alle Ehre: Hier wird Musik buchstäblich in leuchtenden Klangfarben gemalt. Schon nach den ersten Takten wird klar: der Name ist Programm. Die drei jungen Perkussionisten Matthias Kessler, Luca Staffelbach und Fabian Ziegler haben sich auf das reiche Spektrum der sogenannten Stabspiele, auch Mallet-Instrumente genannt, spezialisiert – darunter Marimbas, Vibraphone und Glockenspiele. Instrumente, die trotz ihrer Dimensionen auf den ersten Blick unscheinbar wirken mögen, deren klangliche Möglichkeiten das Trio jedoch in eine neue, geradezu kaleidoskopische Dimension führt.

Virtuosität mit Seele

Mit jugendlicher Energie, technischer Perfektion und einem außergewöhnlich geschärften Ohr für klangliche Feinheiten erschaffen die drei Musiker ein Klangbild, das in seiner Transparenz und rhythmischen Präzision verblüfft. Schon ihr Debütalbum war kein gewöhnliches Schlagzeug-Experiment, doch live ist die musikalische Entdeckungsreise, die die drei Musiker vorlegen, mit dem Ineinandergreifen von Klang, Farbe, Rhythmus und Atmosphäre eine Klasse für sich. Dabei balancieren sie mühelos zwischen Eleganz und Virtuosität, zwischen analytischer Klarheit und mitreißender Spielfreude.

TrioColores raderbergkonzert köln

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Französische Spätromantik und Impressionismus

Das Programm des Konzertes im DLF ist überwiegend von französischer Musik der Spätromantik und des Impressionismus geprägt – jener Ära, in der der Klang selbst zur Hauptsache wurde. Von der Spätromantik über den Impressionismus bis zur klassischen Moderne begegnet man hier Komponisten, die das Hören neu erfanden: Camille Saint-Saëns, Maurice Ravel, Claude Debussy und Darius Milhaud. Werke, die in ihrer Originalform oft von orchestraler Fülle oder pianistischem Schimmer leben, erscheinen in den Händen des TrioColores in verblüffend klarer, strahlender Gestalt – wie fein geschliffene Kristalle, durchzogen von Licht.

Tänzerisch, rhythmisch, temperamentvoll

Maurice Ravels Tombeau de Couperin etwa entfaltet sich hier nicht als melancholische Reminiszenz, sondern als eleganter, tänzerisch federnder Klangzauber – jedes Detail ist liebevoll ausbalanciert, jede Phrase auf den Punkt ausgespielt. Die Toccata etwa, der virtuose Schlusssatz, ist in der Version des Trios rhythmisch brillant, motorisch präzise und doch von geschmeidiger Leichtigkeit – ein musikalisches Perpetuum mobile, in dem Energie und Ästhetik perfekt verschmelzen. Und Darius Milhauds Scaramouche schließlich – temperamentvoll, mitreißend und südamerikanisch inspiriert – gerät zu einem der Höhepunkte des Programms: ein Feuerwerk aus Farben, Witz und rhythmisch mitreißendem Schwung.

Zwischen Licht und Stille

Dabei beeindruckt, wie sehr das TrioColores die Musik atmen lässt. Nie wird Effekthascherei zum Selbstzweck. Stattdessen beeindrucken die drei wie in Trance spielenden Musiker durch ein feines Gespür für Spannungsbögen, für die Kunst des Innehaltens, für das Leuchten in der Stille zwischen den Tönen. Das ist nicht nur technisch makellos, sondern auch sehr berührend. Let’s fetz scheint dann das Motto in Avner Dormans ebenso gelungenem wie packendem Stück Udacrep Akubrad zu sein. Dorman weiß, wie man effektvoll schreibt, was das TrioColores mit bestechender Präzision und ansteckender Spielfreude auch in jeder Hinsicht perfekt umsetzt. Als sie dann bei Nebojša Jovan Živkovićs Trio per Uno zu dritt um eine große Trommel herumstehen und trommeln, was das Zeug hält, kann man sicher sein: von diesem Ensemble dürfte man noch hören. Hoffentlich.

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TrioColoresRaderbergkonzert in Köln
13. Januar 2026Hier nachhören

Was das Konzert so besonders macht:

  • Virtuose Percussion in farbiger Klangpräzision
  • Französischer Impressionismus neu interpretiert
  • Technische Brillanz und poetischer Ausdruck

TrioColores opens up new worlds of sound in Cologne

You listen – and marvel: TrioColores unfolds a dazzling spectrum of sound at the Deutschlandfunk concert hall. Matthias Kessler, Luca Staffelbach, and Fabian Ziegler transform marimbas, vibraphones, and glockenspiels into shimmering fields of resonance. Their precision and sensitivity create a soundscape of crystalline clarity.

The program focuses on French music – from Saint-Saëns and Debussy to Ravel and Milhaud. In the trio’s hands, these works appear sculpted from light: rhythmically intricate, lucid, yet gently elegant. Ravel’s Le Tombeau de Couperin becomes a graceful dance of tone and motion, while Milhaud’s Scaramouche erupts with energy and wit.

TrioColores lets the music breathe, balancing silence and intensity with mastery. Works by Avner Dorman and Nebojša Jovan Živković extend their sonic adventure into rhythmic brilliance and sheer vitality. This ensemble makes sound visible—and radiant.

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