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„Dornröschen“: Ballett in klassischer Pracht in Dresden

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Das „Dornröschen“ Ballett der Semperoper zelebriert die unverwüstliche Choreographie von Marius Petipa aus dem Jahre 1890 in einer Neukreation von Aaron S. Watkin, adaptiert von Marcelo Gomes. Von Stephan Reimertz.

Respekt vor der Klassik

Tschaikowskis drei Ballette will man in ihren klassischen Choreographien sehen. Deshalb bleiben heutigen Ballettkünstlern allenfalls stilistische Retouchen oder neue dramaturgische Schwerpunkte. Ende letzten Jahres ging das Royal Opera House mit seinem »uplifting« von Jean Daubervals La fille mal gardée schon ziemlich weit. Man könnte von einem »Spaß für die ganze Familie« sprechen, wenn man sich das bunte Ergebnis in diesem gnadenlos kommerziellen Theater ansieht. Die sanfte Berliner Choreographie-Bearbeitung von Schwanensee oder die kaum wahrnehmbaren Adaptionen im Dresdner Dornröschen beweisen, dass man in Deutschland, dem Land des Modern Dance, auch vor dem klassischen Ballett etwas mehr Respekt zeigt.

Festung der Tradition

Von den genannten Produktionen setzt die Dresdner am stärksten auf klassizistisch-imperiale Ästhetik. Schon das historische Bühnenbild von Arne Walther lässt die Wünsche von niemandem offen, der einmal wissen will, wie es wirklich war, oder der doch eine Vorstellung davon vorgeführt haben möchte. Die Semperoper ermöglicht einen festlichen, vollkommenen Ballettabend, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bianca Teixeira als Prinzessin Aurora und Jun Xia als Prinz Florimund, SeoHyeon Jeong als Fliederfee, Susanne Santoro als Carabosse, Hannes-Detlef Vogel als König Heinrich und Carole Schwab als Königin Katharina rufen noch einmal den Traum von einem klassischen Ballett herauf, das keine modernen Tage gesehen hat. So etwas braucht man hin und wieder.

Dresdnerische Visionen

Fayçal Karoui setzt mit der Sächsischen Staatskapelle eine Musik um, die mancher als die geheimnisvollste, begehrensreichste und schmerzlichste der Ballettkompositionen Tschaikowskis empfindet. Soviel Köstlich-Klassisches, soviel Dresdnerisches, ja Meißnerisches ist in dieser sehenswerten Produktion, dass man sich schon fragt, ob nicht bereits Tschaikowski und Petipa, als sie dies Wunderwerk von einem Ballett schufen, von einer Art Dresdnerischer Vision geleitet gewesen sein mögen.

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DornröschenFayçal Karoui:
Handlung & Choreografie nach Marius Petipa
Aaron S. Watkin: Adaption Marcelo Gomes
Musik: Pjotr I. Tschaikowsky
Semperoper Dresdenweitere Termine

Das Wichtigste in Kürze:

  • Klassische Petipa-Choreographie in imperialem Glanz
  • Historisches Bühnenbild und stilreine Kostüme
  • Tschaikowskis Ballettmusik in vollendeter Form

„Dornröschen“ (“Sleeping Beauty”): A ballet in all its classical splendour at the Semperoper

The Semperoper ballet celebrates Marius Petipa’s indestructible Sleeping Beauty choreography in a new creation by Aaron S. Watkin, adapted by Marcelo Gomes. Tchaikovsky’s three ballets are best experienced in their classical choreographic form, so contemporary artists intervene only with great restraint. While other houses opt for colourful family entertainment and bold revisions, the Berlin Swan Lake adaptation and Dresden’s Sleeping Beauty show a noticeable respect for tradition.

Ensemble Semperoper Dresden Admill Kuyler Dornröschen
Ensemble © Semperoper Dresden/Admill Kuyler

A bastion of tradition

In Dresden, a strongly classicist, imperial aesthetic prevails. Arne Walther’s historical stage design fulfils every wish for a festive and coherent ballet world. The Semperoper offers an accomplished evening: Bianca Teixeira as Aurora, Jun Xia as Prince Florimund, SeoHyeon Jeong as Lilac Fairy, Susanne Santoro as Carabosse, together with Hannes-Detlef Vogel and Carole Schwab as the royal couple, revive the dream of a classical ballet untouched by modern times. This insistence on stylistic purity proves to be an artistic gain.

Fayçal Karoui and the Sächsische Staatskapelle shape a score considered one of Tchaikovsky’s most mysterious, ardent and painful ballet compositions. Through the density of music, tradition and the specific Dresden atmosphere, a production emerges that almost suggests Tchaikovsky and Petipa were guided by a distinctly Dresden-like vision.

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