Zum Inhalt springen

Meine Bücher!“Sherlock im Bookshop“

Rating: 5.00/5. From 3 votes.
Please wait...
Bücher Literatur

Kolumne von Susanne Falk

Links, rechts, dazwischen: Welche Buchhandlung dieser Tage preiswürdig ist, darum wird gerade heftig gestritten. Auch und vor allem deshalb, weil sich die Obrigkeit in eine unabhängige Juryentscheidungen eingemischt hat. Der Skandal um den Buchhandlungspreis ist also hausgemacht. Dabei gäbe es so viel besseren Gesprächsstoff!

Nein, mit der Literaturvorlage hat dieser junge Sherlock nur noch wenig gemeinsam. Trotzdem ist es eine großartige Adaption! Guy Ritchie hat in seiner neuen Serie „Young Sherlock“ alles richtig gemacht. Dass der junge Sherlock Holmes ausgerechnet James Moriarty als Sidekick bekommt und man stattdessen (vorerst) auf Dr. Watson verzichtet, mag zunächst merkwürdig anmuten, ergibt aber im Laufe der Serie durchaus Sinn. Genug Stoff also, um über gelungene Buchadaptionen zu sprechen. Wenn da nur nicht Herr Weimer und die Buchhandlungen wären…

Statt sich in die Reihe der Empörten einzugliedern, würde ich so viel lieber über die genialen Schauspielperformances von Hero und Joseph Fiennes sowie Donal Finn sprechen. Talent liegt bei den Fiennes offensichtlich in der Familie. Joseph ist der jüngere der berühmten Fiennes-Brüder und die haben einen Neffen, nämlich Hero, der nun als junger Sherlock Holmes die Leinwand unsicher macht. Oder sollte ich sagen: Der recht überzeugend und voll Wut auf den skrupellosen Vater seine tote Schwester mitten im englischen Regen ausgräbt? Keine Sorge, mehr gespoilert wird nicht. Aber statt sich nun ausgiebig über das Thema Verfremdung bekannter Literaturstoffe zu unterhalten, geht es in der Bücherwelt nurmehr um Buchhändlerpreise, deren Vergabe auf längere Sicht vergiftet scheint. Dabei wäre der Buchhändlerpreis für mehr als nur ein Geschäft überlebensnotwenig gewesen, denn natürlich wissen wir alle, wie schwierig es für den Buchhandel in den letzten Jahren geworden ist. Ungefähr so schwierig, wie das Entwenden des Testaments von Sherlocks lange verschollenem Vater, während dieser die arme Mutter einlullt und behauptet… Neinneinnein, ich verrate nichts mehr!

Soll man nun in den Reigen der Empörten einstimmen? Dass Jurys, bitteschön, immer und ausschließlich unabhängig agieren sollten, fand ich bislang eine Selbstverständlichkeit. Wenn man kein Vertrauen in die Rechtmäßigkeit ihrer Entscheidungen hat, braucht man gleich gar keinen Preis auszusetzen. Doch ich fürchte, in dieser Causa ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Und auch Sherlock hat noch Zeit, in Staffel 2 alles wieder zu verhunzen. Aber es muss ja gar nicht erst so weit kommen… Mit etwas mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der anderen, ob sie nun Buchhändler oder Schauspieler sind, lässt sich so mancher Flop umschiffen. Also empfehlen wir Herrn Weimer nächstes Mal lieber Amazon Prime einzuschalten. Vielleicht lernt er vom jungen Moriarty noch etwas dazu.

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

My Books!Sherlock in the Bookshop

Column by Susanne Falk

Left, right, in between: which bookstore deserves an award these days is currently being hotly debated. Not least because the authorities have interfered in what were supposed to be independent jury decisions. The scandal surrounding the bookstore prize is therefore homemade. And yet there would be so many better things to talk about!

No, this young Sherlock has little in common with the original literary source. Even so, it’s a great adaptation! Guy Ritchie has done everything right in his new series “Young Sherlock.” The fact that the young Sherlock Holmes is given James Moriarty of all people as a sidekick (and that Dr. Watson is left out for now) may seem odd at first, but it actually makes sense as the series progresses. Plenty of material, then, to talk about successful book adaptations. If only Mr. Weimer and the bookstores weren’t getting in the way…

Instead of joining the chorus of outrage, I would much rather talk about the brilliant acting performances by Hero and Joseph Fiennes as well as Donal Finn. Talent clearly runs in the Fiennes family. Joseph is the younger of the famous Fiennes brothers, and they have a nephew (Hero) who is now stirring things up on screen as the young Sherlock Holmes. Or should I say: convincingly, and full of rage at his ruthless father, he digs up his dead sister in the middle of the English rain? Don’t worry, no more spoilers. But instead of discussing at length the reinterpretation of well-known literary material, the book world now seems concerned only with bookstore prizes whose credibility appears poisoned in the long term. And yet, for more than one shop, that prize would have been essential for survival, because we all know how difficult things have become for the book trade in recent years. About as difficult as stealing the will of Sherlock’s long-lost father while he lulls the poor mother and claims that… No no no, I won’t reveal any more!

So, should one join the chorus of outrage? I used to think it was self-evident that juries should always act independently. If you don’t trust the legitimacy of their decisions, then you might as well not award a prize at all. But I fear the last word in this matter has not yet been spoken. And Sherlock still has time to mess everything up again in season two. But it doesn’t have to come to that… With a bit more trust in other people’s abilities, whether they are booksellers or actors, many a flop can be avoided. So next time, perhaps we should recommend that Mr. Weimer simply turn on Amazon Prime. Maybe he’ll even learn something from the young Moriarty.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert