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Richard Osman und die Kunst des leichten Mordens

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Buch Literatur

Von Barbara Hoppe.

Eine knallharte, hübsche blonde Personenschützerin, einen pensionierten Polizisten, eine exzentrische Autorin, ein paar üble Burschen, die meisten Auftragskiller oder deren Auftraggeber sowie ein paar sympathische Allerweltsmenschen, die das Herz am rechten Fleck haben – mehr braucht es nicht, um aus „Wir finden Mörder“ von Richard Osman einen äußerst kurzweiligen Krimi zu machen.

Mörderische Leichtigkeit

Besagte Personenschützerin heißt Amy Wheeler. Verheiratet mit dem Finanzmanager Adam, der ebenso wie sie immer irgendwo auf Welt ist, aber fast nie gemeinsam mit ihr, führt sie eine glückliche Ehe und ein aufregendes Berufsleben. Derzeit heißt Amys neuer Auftrag Rosie d’Antonio. Die exzentrische Autorin unbestimmten Alters jenseits der siebzig ist mit ihrem letzten Roman einem russischen Oligarchen auf die Füße getreten und schwebt nun in Lebensgefahr. Auf ihrer Privatinsel vor South Carolina, wo „Temperaturen in den Mittzwanzigern schon früh am Morgen“ und „eine leichte Atlantikbrise“ das Leben angenehm machen, ereilt Amy eine Hiobsbotschaft, die nichts mit Rosie zu tun hat: Auf einer Jacht wird ein Influencer ermordet. Es ist bereits der dritte Mord, bei dem Amy in der Nähe war und sie weiß: So langsam wird es eng. Irgendjemand scheint es darauf abgesehen zu haben, ihr die Taten anzuhängen.

Richard Osman Wir finden Mörder Cover
Cover: Ullstein Verlag

Flucht in alle Richtungen

Kaum dies zu Ende gedacht, gerät Amy vor den Lauf der Pistole eines Profikillers, dem sie nur knapp entkommt. Gemeinsam mit Rosie tritt sie die Flucht nach vorne an. Und wer könnte ihr bei der Suche nach dem Übeltäter besser helfen als ihr Schwiegervater Steve? Eben jener pensionierte Polizist, der nach einem erfolgreichen Berufsleben ein ruhiges Dasein im beschaulichen Axley führen möchte, dem Urbild des perfekten englischen Dorfs, mit Naturpfaden, Insektensummen, Vogelgezwitscher, einem Pub mit Quizabend und Shepherd’s Pie. Er hat wahrlich keine Lust, auf eine Jagd rund um den Globus zu gehen, doch es gilt, die Hintermänner zu finden, die Amy nach dem Leben trachten. Nach Dubai geht es, dem „glitzernden Tempel aus Sonnenlicht, Geld und aberwitzigen Möglichkeiten“, nach St. Lucia mit seinem sagenhaften blauen Himmel, wo sich das Trio steile Straßen zwischen endlos ansteigenden grünen Hügeln hinaufquält, bis es schließlich nach Stationen in Dublin und Cork im heimischen Axley den Showdown vorbereitet.

Heiterkeit des Bösen

Richard Osman gelingt in kurzen, knackigen Kapiteln eine spannende Hetzjagd, die vor allem eins ist: höchst amüsant. Ob unter- oder miteinander – Jäger und Gejagte plaudern mit einer Lockerheit und Leichtfertigkeit über das Morden und Töten wie andere über Backrezepte. Flott erzählt und mit viel schwarzem Humor gewürzt, bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Ein perfekter Schluss, der sich nahtlos in das muntere Krimigeschehen einfügt und das grandiose Lesevergnügen aufs Feinste abrundet.

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

Richard OsmanWir finden Mörder
aus dem Englischen von Sabine Roth und Elke Link
List Verlag by Ullstein Buchverlage, Berlin 2024bei amazon
bei Thalia

Der Artikel erschien ebenfalls als Literarisches Reiserätsel in Das WOCHENENDE! (Frankfurter Neue Presse, Frankfurter Rundschau und FAZ Rhein Main Zeitung), 07./08.Dezember 2024.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwarzer Humor mit britischer Eleganz
  • Globale Schauplätze von Axley bis Dubai
  • Pointierte Dialoge und rasantes Tempo

Richard Osman and the Art of Easy Murder

Richard Osman’s “We Solve Murders” offers a crime novel that favors elegance over darkness. At its center is Amy Wheeler, a sharp and capable bodyguard assigned to protect the eccentric writer Rosie d’Antonio. After angering a Russian oligarch with her latest book, Rosie becomes a target. Soon, however, it is clear that Amy herself is in danger, as a series of murders occur near her, suggesting someone is framing her.

When a professional killer appears, Amy and Rosie are forced into a global escape. They are joined by Steve, Amy’s father-in-law, a retired policeman living in the quiet English village of Axley. Reluctantly, he leaves his peaceful routine and becomes part of a pursuit that stretches from Dubai to the Caribbean and back to England.Osman structures the novel in short, precise chapters and balances the macabre with a light, almost playful tone. Characters discuss murder with surprising casualness, giving the story a distinctive charm. Suspense and humor intertwine seamlessly, leading to a satisfying conclusion.

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