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Meine Bücher! „Pretty Kitty oder der Super-GAU der Rezensionen“

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Kolumne von Susanne Falk.

Ohne sie geht nichts am Buchmarkt. Sie machen Bücher erst einer breiten Öffentlichkeit bekannt, loben sie über den grünen Klee oder empfehlen sie der Abfalltonne. Sie sind (im besten Fall) unabhängig, belesen und gut informiert und dass, obwohl sie für Ihre Arbeit selten bezahlt werden. Was wären wir ohne Rezensenten?

Es gibt Fachfrauen und -männer, deren Rezensionen wirklich immer ein Highlight des Feuilletons sind, denen man gerne zuhört, ihre Anregungen annimmt und auf deren Urteil man sich verlassen kann. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die einfach nur den Pressetext des Verlags abdrucken lassen und deren einzige Eigenleistung eine willkürliche Sterneanzahl unter dem Artikel zur Bewertung des Buchs ist. Es ist zwar dreist, hierfür ein Rezensionsexemplar einstreichen zu wollen, aber immer noch besser, als wenn gar keine Rezension erscheint. Und dann wäre da noch der Fall von „Pretty Kitty“…

Das wunderbare Buch „Pretty Kitty“ von Roman Sandgruber über die „Frauen der Rothschilds“ bekam jüngst eine Rezension, die ziemlich sicher KI-generiert war: Eine freundliche Bloggerin empfahl hier wärmstens das Buch als „Roman“ (es ist ein Sachbuch) über eine ganz besondere Katze (???) namens Pretty Kitty. Es hat eine Weile gedauert, bis wir kapiert hatten, dass der Vorname des Autors einfach als Gattungsbezeichnung herhalten musste und dass die KI aus „Kitty“ einfach eine Story über eine Katze abgeleitet hatte. Ich glaube, der Verlag war rund 30 Minuten durch kollektive Lachkrämpfe lahmgelegt, nachdem uns Kollegin P. die Rezension vorgelesen hatte. Die Bloggerin bekam daraufhin ein freundliches Mail, entschuldigte sich (peinlich berührt) und lieferte eine echte Rezension ab, aber der Fall bleibt bis heute mein Highlight, was fehlerhafte Rezensionen anbelangt.

Falsche Titel, falsche Autorennamen, falsche Verlags- oder Preisangaben – alles schon vorgekommen, aber wenn man einen Beweis braucht, dass die KI nicht alles besser kann als der Mensch, dann verweise ich gerne in Zukunft immer wieder auf die Rezension zu „Pretty Kitty“. Denn Rezensenten sind ein ziemlich unterschätztes Völkchen, das für wenig bis gar kein Geld viel leistet. Ein Buch zu lesen und zu rezensieren kostet nämlich Zeit und die Abkürzung über das Netz und zusammengeklaute Pressetexte oder Interviewschnipsel macht die Rezension oft nicht besser. Also würdigen Sie gerne die Mühe, die sich gute Rezensentinnen und Rezensenten in den Sendern der ARD oder in den großen Tageszeitungen geben sowie natürlich die Kolleginnen und Kollegen von Feuilletonscout. Wir machen das alle wirklich gerne und wir erwarten nicht viel dafür, außer ein bisschen Anerkennung für unser Tun. Damit Sie wissen, welches Buch zu lesen sich wirklich lohnt – und welches Buch zufällig doch einmal von einer hübschen Katze mit Namen Kitty handeln sollte…

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

My Books! „Pretty Kitty, or the Ultimate Book Review Disaster„

Column by Susanne Falk

The book market simply couldn’t function without them. They’re the ones who bring books to the attention of a wider audience, sing their praises to the skies or suggest they belong in the rubbish bin. They are (at their best) independent, well-read and well-informed, despite rarely being paid for their work. Where would we be without book reviewers?

There are critics whose reviews are genuine highlights of the arts and culture pages, people we enjoy listening to, whose recommendations we take seriously and whose judgement we trust. At the other end of the spectrum are those who simply reproduce the publisher’s press release, their sole original contribution being an arbitrary number of stars awarded to the book at the bottom of the article. It’s rather cheeky to expect a free review copy for that, but it’s still better than no review at all. And then there’s the curious case of Pretty Kitty …

Roman Sandgruber’s wonderful book Pretty Kitty, about the women of the Rothschild family, recently received a review that was almost certainly AI-generated. A well-meaning blogger enthusiastically recommended the book as a „novel“ (it’s actually non-fiction) about a very special cat (???) named Pretty Kitty. It took us a while to work out what had happened: the AI had mistaken the author’s first name, Roman, for the German word for „novel“ and had simply invented a story about a cat based on the name „Kitty“. I think the entire publishing house was brought to a standstill for about 30 minutes by collective fits of laughter after our colleague P. read the review aloud to us. The blogger subsequently received a friendly email, apologized (rather embarrassed) and submitted a genuine review. But to this day, the incident remains my all-time favorite example of a review gone spectacularly wrong.

Incorrect titles, wrong authors‘ names, mistaken publishers or prices – we’ve seen it all. But whenever I need proof that AI can’t do everything better than humans, I’ll happily point to the Pretty Kitty review from now on. Because book reviewers are a remarkably undervalued bunch of people who do a great deal of work for little or no money. Reading and reviewing a book takes time, and taking shortcuts by trawling the internet and cobbling together stolen press releases or snippets from interviews rarely makes for a better review. So please appreciate the effort that good reviewers put into their work, whether they’re working for Germany’s ARD broadcasters, the major daily newspapers or, of course, our colleagues at Feuilletonscout. We all genuinely love what we do, and we don’t expect much in return, apart from a little recognition for our efforts. After all, we’re here to help you discover which books are really worth reading – and which one might, just possibly, turn out to be about a pretty cat named Kitty …

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