Von Andreas Wang, Herausgeber der „Sachbücher des Monats“ seit 1992*
(Der Link zum Kauf der Bücher jetzt zu Thalia)
- Franz Walter
Joachim Fest. Ein Leben im 20. Jahrhundert, dtv Verlagsgesellschaft, 720 Seiten, € 36 - Svenja Flaßpöhler
Zusammenbleiben. Von der Freiheit fester Bindungen, Verlag Klett-Cotta, 304 Seiten, € 25,00 - Roger de Weck
Glanz und Elend der Konservativen, Suhrkamp Verlag (edition suhrkamp), 184 Seiten, € 20,00 - Otto-Hans Thomashoff
Du bist nicht deine Eltern. Wie wir toxische Familien überwinden und in Freiheit leben, Ariston Verlag, 224 Seiten, € 20,00 - Antony Beevor
Der letzte Akt. Rasputin und das Ende des Russischen Reiches. Übersetzt von Jens Hagestedt, Verlag Philipp Reclam jun., 412 Seiten, € 28,00 - Martin Doerry / Hauke Janssen
Augstein. Ein deutsches Leben, C. H. Beck Verlag, 533 Seiten, € 34,00
und - Teresa Präauer
Nie mehr weinen. Tränenkunde für Fortgeschrittene, Residenz Verlag, 96 Seiten, € 20,00
und - Susanne Weigelin-Schwiedrzik
China und die Neuordnung der Welt, Brandstätter Verlag, 208 Seiten, € 22,00 - Wolf Biermann
Ihr löscht das Feuer mit Benzin. Tagebücher. Über Verbot, Ausbürgerung und Mauerfall, Penguin Verlag, 416 Seiten, € 32,00 - Alexander Smoltczyk
Lissabon 1941. Stadt der Spione, Hafen der Hoffnung, dtv Verlagsgesellschaft, 346 Seiten, € 26,00
Besondere Empfehlung des Monats November 2026 von:
Dr. Lisz Hirn (Philosophin und Publizistin): Simone Weil , Die Ilias, oder das Gedicht von der Gewalt, Verlag Matthes und Seitz Berlin, 102 Seiten, € 9,99
In Christopher Nolans filmischer Interpretation der „Odyssee“ kämpft sich ein alternder Held zurück in die Heimat, die er Jahre davor für den Krieg aller Kriege verlassen hat. Troja ist endlich gefallen, zurückgeblieben sind nicht nur Trümmer, sondern auch die Legenden jener Menschen, die das Epos „Ilias“ thematisiert. Die Philosophin Simone Weil griff in den 1930er Jahren eben dieses Epos auf, um dessen Relevanz für die furchterregenden Entwicklungen ihres Jahrhunderts zu zeigen. „Der wahre Held, das wahre Thema, die Mitte der Ilias ist die Gewalt. Die Gewalt, wie sie von den Menschen geübt wird, die Gewalt, die die Menschen unterwirft, die Gewalt, vor der das Fleisch der Menschen zusammenschrumpft.“ Nicht Achill oder Hektor wären die Hauptfiguren der Ilias, sondern die Gewalt selbst. Sie ist die eine alles durchdringende wie unerbittliche Macht, die Menschen in Dinge verwandelt. Das Außergewöhnliche der Ilias ist, dass in diesem Lied keine der beiden Kriegsparteien bevorzugt dargestellt wird. Sowohl Griechen als auch Trojaner, Sieger als auch Besiegte, werden schließlich zum Opfer der Gewalt: Achilles fällt für seinen Ruhm, Agamemnon heimkehrend durch die Hand seiner Frau Klytaimnestra. Weil resümiert, „dass man die Gewalt niemals bewundern soll, die Feinde nicht hassen und die Unglücklichen nicht verachten.“ Man könnte schneller als man denkt, zu ihnen gehören.
(Lisz Hirn)
*Andreas Wang (*1945) studierte Germanistik und promovierte 1974. Er war Regieassistent an der Hamburgischen Staatsoper, von 1979 – 1985 Kulturredakteur bei Radio Bremen und ab 1985 beim NDR, wo er 2000 Leiter des Hörspiels wurde; 2006 übernahm der die Leitung der Hauptredaktion Kulturelles Wort. Seit 2010 ist er im Ruhestand. Als Autor veröffentlichte er u.a. „Lob der schwierigen Lesart. Streifzüge durch unlesbare Bücher„, Berlin 2020 (Matthes & Seitz). Er ist Initiator der Liste „Sachbücher des Monats“. Die Liste wird ebenfalls folgenden Medien zur Verfügung gestellt:
Die Welt/NZZ/RBB Kultur/ORF Radio Ö1 u.a.
Die Jury: Tobias Becker, Der Spiegel; Natascha Freundel, RBB-Kultur; Dr. Eike Gebhardt, Berlin; Knud von Harbou, Feldafing; Prof. Jochen Hörisch, Unversität Mannheim; Günter Kaindlstorfer, Wien; Dr. Otto Kallscheuer, Sassari, Italien; Petra Kammann, FeuilletonFrankfurt; Jörg-Dieter Kogel, Bremen; Dr. Wilhelm Krull, Hamburg; Marianna Lieder, Berlin; Prof. Dr. Herfried Münkler, Humboldt Universität zu Berlin; Gerlinde Pölsler, Der Falter, Wien; Marc Reichwein, DIE WELT; Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung; Prof. Dr. Sandra Richter, Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar; Wolfgang Ritschl, ORF Wien; Florian Rötzer, krass-und-konkret, München; Norbert Seitz, Berlin; Mag. Anne-Catherine Simon, Die Presse, Wien; Prof. Dr. Philipp Theisohn, Unversität Zürich; Dr. Andreas Wang, Berlin; Prof. Dr. Harro Zimmermann, Bremen; Stefan Zweifel, Zürich.


