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„Kekeli“: Debütroman von Jessica Mawuena Lawson

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Buch Literatur

Pünktlich zum Black History Month hat der Verbrecher Verlag das Debüt der jungen afrodeutschen Jessica Mawuena Lawson herausgebracht. Sie hat ebenso wie ihre Ich-Erzählerin Kekeli eine deutsche Mutter, der Vater stammt aus Togo. Von Birgit Koß.

Zwischen zwei Welten

Kekeli lebt mit ihren Eltern in einer süddeutschen Kleinstadt und macht kurz vor ihrem 18. Geburtstag ihr Abitur. Ihre ältere Schwester Jessica ist als angehende Schauspielerin nach Berlin gezogen. Kekeli ist im Gegensatz zu ihrer aufmüpfigen Schwester ein sehr aufmerksamer Teenager, stets darauf bedacht, nicht allzu sehr aufzufallen. Sie ist eine leistungsstarke Schülerin, anpassungsfähig und in der Schule recht beliebt.

„Ich habe so viele Gesichter. Manchmal wundere ich mich selber darüber, dass ich nicht durcheinanderkomme. Als ich ihr gegenüberstehe, bin ich allerdings unsicher, welches ich wählen soll. Da ist etwas an ihr, das ich nicht greifen kann.“

Neue Stimmen, neue Wege

Die Rede ist von ihrer Cousine Afi, die frisch aus Togo eingetroffen ist. Kekeli fühlt sich ihr gegenüber unsicher. Immer wieder fällt ihr auf, wie wenig sie über Togo weiß. Seit Jahren träumt sie davon, mit ihrer Familie die Verwandtschaft des Vaters zu besuchen, aber für diese Reise fehlt immer wieder das Geld. Noch etwas verunsichert ihr bis dahin in ruhigen Bahnen verlaufenes Leben. Ihr Mitschüler Kwame, ein äußerst attraktiver jungen Mann mit ghanaischen Eltern, lädt sie zu einer Veranstaltung der „Pamoja Society“ ein – einer kreativen Gruppe junger Menschen, die regelmäßig einen Open Mike für schwarze junge Künstler veranstaltet. Für Kekeli eröffnet sich eine neue Welt.

Kekeli Jessica Mawuena Lawson Cover
Cover: Verbrecher Verlag

Familienspuren und Selbstfindung

Als Kwame dann auch noch sie und ihre Cousine einlädt, ihn und seinen Bruder auf eine Reise nach Berlin zu begleiten, nimmt die Geschichte rasant Fahrt auf. Die „Pamoja Society“ will eine Dokumentation über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland drehen. Auf dieser Reise macht Kekeli viele Entdeckungen und Erfahrungen, die sie zutiefst erschüttern und verunsichern. Durch einen Zufall kommt sie über eine Ausstellung einem großen Familiengeheimnis auf die Spur. Gleichzeitig kommt sie ihrer Cousine Afi näher, wird aber trotzdem von deren Entscheidungen zum Schluss überrascht. Und natürlich entwickelt sich die Romanze zwischen Kekeli und Kwame auf dieser Reise.

Jessica Mawuena Lawson weckt mit ihrer klaren und direkten Sprache viel Sympathie für ihre jungen Protagonisten und nutzt ihre Geschichte, um über historische Zusammenhänge, die Schwarze Menschen in Deutschland betreffen, aufzuklären. Gleichzeitig zeigt die Autorin viel Lebensfreude, die unter anderem durch Afrobeats und Schwarze Kunst vermittelt wird. Sie nimmt ihre Leser gekonnt mit auf eine informative und kurzweilige Reise durch afrodeutsche Lebenswelten.

Die Buchpremiere feiert der Verlag am 12. Februar 2026 um 19:30 Uhr in der Buchhandlung ocelot in Berlin-Mitte.

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

Jessica Mawuena LawsonKekeli
Verbrecher Verlag
Berlin, 2026
bei amazon
bei Thalia

Das Wichtigste in Kürze

  • Klare, poetische Sprache voller Empathie
  • Authentische Perspektive auf afrodeutsches Aufwachsen
  • Lebendige Verbindung von Jugend, Herkunft und Kunst

Lebendige Verbindung von Jugend, Herkunft und Kunst

Released just in time for Black History Month, Jessica Mawuena Lawson’s debut novel is a powerful Afro-German coming-of-age story about identity, heritage, and belonging. Narrated by Kekeli, a teenager growing up in a small southern German town, the novel follows her quiet balance between two cultures. When her cousin Afi arrives from Togo, Kekeli begins to confront questions about family roots and history.

Her classmate Kwame introduces her to the “Pamoja Society,” a creative circle of young Black artists. Through music, poetry, and art, Kekeli experiences for the first time a sense of shared identity and empowerment. A journey to Berlin marks a turning point: she uncovers a family secret that blurs past and present while finding love and confidence in her own story.

Lawson’s clear and empathetic prose sheds light on Afro-German life today, weaving personal discovery with cultural awareness and a vibrant joy of living.

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