Zum Inhalt springen

Meine Bücher! „Sommerbücher“

Rating: 5.00/5. From 3 votes.
Please wait...
Bücher Literatur Frau Kolumne Falk

Kolumne von Susanne Falk

Die Sonne scheint, das Speiseeis schmilzt in der Hand und die Freibäder sind wieder offen – es ist Zeit für Sommerbücher! Folgen Sie mir in die Abgründe der Titelfindung zwischen Wasser und Jahreszeit.

Nach Caroline Wahls großem Bestsellererfolg „22 Bahnen“ gab es zahlreiche Schwimmbadcoverbücher am Markt. Der Trend ebbt langsam etwas ab, aber der inflationäre Gebrauch von Bademetaphern und Beckenbildern am Buchmarkt ist noch immer ziemlich hoch. Doch es geht noch uninspirierter. Schaut man sich die Kategorie Liebesromane bei Thalia Österreich an, dann sind aktuell Titel ohne das Wort Sommer darin schon in der Minderheit: „Ein Wiedersehen im Sommer“ (Julie Caplin), „Der Sommer unseres Lebens“ (Carley Fortune), „Apfelsommer in der Normandie“ (Hannah Luis), „Weißer Sommer“ (Eva Pramschüfer) oder auch „Unser schönster Sommer“ (Elena Sonnberg). Nur falls Sie als Buchhändler auf die Idee kommen sollten, diese Bücher im Herbst verkaufen zu wollen…No, no, no: Sommer heißt hier die Devise! (Wobei das Buch von Eva Pramschüfer dann auch gleich noch ein Schwimmbadcover vorzuweisen hat. Volltreffer!)

Ob das die Autorinnen immer so wollten? Vielleicht haben die einfach nur lustige Liebesromane geschrieben und irgendjemand bei Penguin, Rowohlt oder Goldmann rief bei der Titelsitzung dann laut dazwischen: „Aber nein! Es ist doch Sommer! Lasst sie uns auch alle so benennen!“ Ich stelle mir ja mit Genuss die Buchhändler vor, wie die ihre neue Ware auspacken. Dazwischen steht ein junger Praktikant, mit Cuttermesser bewaffnet, zersäbelt Verpackungskartons und fragt unschuldig: „Auf welchen Büchertisch kommen diese Titel denn?“ Schwups, steckt das Cuttermesser in seinem Rücken, denn natürlich gehören diese Bücher auf dem Sommertisch.

Witzigerweise sind die Jahreszeiten am Buchmarkt ungefähr gleich stark vertreten, nur halt in verschiedenen Genres. Frühling für die Gartenabteilung, Sommer für die Liebesromane, Herbst für die Krimis und Bücher über Best-Ager und Winter für die Weihnachts- und Kochbücher. Und, falls wer aus dem Rheinland diese Kolumne liest: Ja, auch die fünfte Jahreszeit ist gar nicht so selten vertreten. Das Wort Karneval kommt am deutschsprachigen Buchmarkt relativ häufig in der Titelgebung vor.

Jetzt also Sommer! Na gut. Dann muss ich wenigstens nicht nachdenken, was ich im Urlaub lesen will. Wobei – ich freu mich ja schon die ganze Zeit auf den neuen Robert Seethaler. Habe ich mir extra als Sommerlektüre aufgespart, zum Genusslesen im Urlaub. Das Buch heißt „Die Straße“. Passt. Straßen gibt es ja schließlich zu jeder Jahreszeit und sie führen immerhin alle nach Rom und Rom liegt in Italien und Italien bedeutet Sommer. So gesehen ist es eigentlich egal, was die Verlage auf die Bücher draufschreiben. Eigentlich ist immer Sommer, selbst wenn es schon Herbst ist.

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

My Books! „Summer Books

Column by Susanne Falk

The sun is shining, the ice cream is melting in your hand, and the outdoor pools are open once again – it’s time for summer books! Follow me into the depths of title selection between water and the seasons.

Following Caroline Wahl’s hugely successful bestseller „22 Bahnen“ („22 Lanes“), there are now countless swimming pool cover books on the market. The trend is slowly ebbing away, but the inflationary use of bathing metaphors and pool imagery in the book market remains fairly high. Yet things can still be even more uninspired. If you look at the romance category at Thalia Austria, the current titles without the word „summer“ in them are actually in the minority: „Ein Wiedersehen im Sommer“ („A Reunion in Summer“) by Julie Caplin, „Der Sommer unseres Lebens“ („The Summer of Our Lives“) by Carley Fortune, „Apfelsommer in der Normandie“ („Apple Summer in Normandy“) by Hannah Luis, „Weißer Sommer“ („White Summer“) by Eva Pramschüfer, or indeed „Unser schönster Sommer“ („Our Most Beautiful Summer“) by Elena Sonnberg. Just in case you, as a bookseller, should get the idea of selling these books in autumn… No, no, no: summer is the motto here! (Although Eva Pramschüfer’s book also features a swimming pool cover, just to tick that box. Hasard!)

Whether the authors always wanted it this way? Perhaps they simply wrote fun romance novels and someone at Penguin, Rowohlt or Goldmann shouted out loud during the title meeting: „Absolutely not! It’s summer, isn’t it! Let’s name them all accordingly!“ I do enjoy imagining the booksellers unpacking their new stock. Meanwhile, a young intern, armed with a box cutter, rummages through packaging boxes and asks innocently: „Which table do these titles go on, then?“ Whoops – the box cutter goes into his back, because these books naturally belong on the summer table.

Funnily enough, the seasons are represented to roughly the same extent in the book market, just in different genres. Spring for the gardening section, summer for romance novels, autumn for thrillers and books about best agers, and winter for Christmas and cookbooks. And if anyone from the Rhineland is reading this column: Yes, the fifth season is quite well represented too. The word carnival appears relatively frequently in titles on the German-language book market.

So, summer now! Well then. At least I don’t have to think about what I want to read on vacation. Although – I’ve actually been looking forward to the new Robert Seethaler for quite some time. I even saved it specifically as summer reading, for leisurely enjoyment on holiday. The book is called “Die Straße” (“The Street”). Fitting. After all, there are streets in every season, and they all lead to Rome, and Rome is in Italy, and Italy means summer. Seen that way, it doesn’t really matter what publishers put on the covers of books. In a sense, it’s always summer, even when it’s already autumn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert