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Schloss Herrenchiemsee: „Kunst und Demokratie – Könnt ihr noch?“

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Neues Schloss Herrenchiemsee
Neues Schloss Herrenchiemsee, Foto: Ulrich Pfeuffer, © Bayerische
Schlösserverwaltung

Gegenwartskunst und Klassische Moderne im Neuen Schloss Herrenchiemsee, dem „bayerischen Versailles“, das seit 2025 unter dem Schutz der bedrohten Kulturgüter des UNESCO-Welterbe steht, im spannungsvollen Dialog mit Wittelsbacher Baukunst. Eine Präsentation von Highlights aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen im „schönsten Pop-up-Museum der Welt“, wie es Oliver Kase bezeichnet, der die Ausstellung gemeinsam mit Verena Hein kuratiert hat. Von Irma Hoffmann.

Seit 2013 veranstaltet die Pinakothek der Moderne in ihrer Reihe „Königsklasse“ Ausstellungen in dem unvollendeten Rohbau – eine seltene Gelegenheit, den Nordflügel des Neuen Schlosses Herrenchiemsee zu besichtigen, bei dem die Bauarbeiten mit dem Tod des Königs im Juni 1886 eingestellt werden mussten.

Die Neuauflage der Ausstellung „Könnt ihr noch? – Kunst und Demokratie“ knüpft an die positive Resonanz von 2025 an und rückt die drängendsten Fragen unserer Zeit erneut in den Fokus: Könnt Ihr noch? … die Werte der Demokratie in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Spannungen stärken? wird hier mit einem Musikvideo die Tech-Rap-Formation Deichkind im Eingangsbereich zitiert und bildet gleichzeitig den Titel der Ausstellung.

Dass die Ausstellung auf Herrenchiemsee stattfindet, ist kein Zufall: Im Alten Schloss tagte im August 1948 der Verfassungskonvent und leistete maßgebliche Grundlagenarbeit für die spätere Ausarbeitung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik. Zentrales Thema nach der NS-Barbarei war die Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Hier wurden Grundsätze gebildet, wie „Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.“ (Artikel 1 des Entwurfs). Die parallel laufende Dauerausstellung mit dem Titel „Der Wille zu Freiheit und Demokratie“ im Verfassungsmuseum (Altes Schloss) konzentriert sich ausschließlich auf dieses Ereignis, bei dem Bevollmächtigte und Experten der drei westlichen Besatzungszonen zusammentrafen.

Demokratie und Freiheit seien so bedroht wie schon lange nicht mehr, resümiert Frank Walter Steinmeier den Zustand in unserem Land am 9. November letzten Jahres anlässlich des Gedenktags zum Berliner Mauerfall.

In der Sonderausstellung „Könnt ihr noch?“ präsentiert die Pinakothek der Moderne über 50 Kunstwerke bedeutender Künstler und Künstlerinnen aus ihren Beständen in neuer Umgebung, wie Francis Bacon, Max Beckmann, Joseph Beuys, Lisa Brice, Sheila Hicks, Jörg Immendorff, Asger Jorn, Anselm Kiefer, Ernst Ludwig Kirchner, Maria Lassnig, Henri Laurens, Inge Mahn, Henry Moore, A.R. Penck, Pablo Picasso, Judith Reigl, Gerhard Richter, Thomas Schütte, Rosemarie Trockel und Andy Warhol.

Bruch mit Sehgewohnheiten

Beim Betrachten wohl bekannter Kunstwerke in völlig neuem „Rahmen“, einem Rohbau, dessen Ausstattung durch König Ludwig II. zwar noch geplant war, jedoch mussten die Bauarbeiten mit seinem Tod im Juni 1886 eingestellt werden. Kontrastreicher kann der Unterschied zwischen dem prachtvoll ausgestatteten Neuen Schloss im neubarocken Stil und dem unvollendeten Rohbau gar nicht sein. Kunstwerke und Installationen können sich völlig ungestört vor unverputzten Wänden entfalten. Faszinierend, wie hier durch neues Arrangieren der Kunstwerke vor neuer Kulisse Sehgewohnheiten irritiert werden. 

Rundgang durch die Ausstellung

Strukturiert ist die Ausstellung in thematische Sektionen. Übergreifendes Thema aller Objekte sind die demokratischen Grundwerte, wie Freiheit, Gleichheit, Selbstentfaltung und die Würde des Menschen:

Zeichen der Demokratie

Herrenchiemsee Rose für direkte Demokratie
Rose für direkte Demokratie, 1973, Messzylinder aus Glas, mit Schriftzug, Ed. 65/unendlich, Aufl. unlimitiert, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München; © 2026 – Nachlass Joseph Beuys, Düsseldorf, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

Der Rundgang startet mit Joseph Beuys‘ Rose für direkte Demokratie, einem der unlimitierten Exemplare, die ursprünglich in Beuys‘ Büro für direkte Demokratie durch Volksabstimmung der Documenta 1972 stand. Eine Rose im Messzylinder, die täglich durch eine frische ersetzt werden muss. Sie versinnbildlicht organisches Wachstum, den lebendigen Prozess einer Demokratie, der Messzylinder aus Glas den messbaren, wissenschaftlichen Aspekt, die Skala die Notwendigkeit der Kontrolle durch die Menschen.

Kreativität und Spiel

In der Sektion Kreativität und Spiel wird das freie Denken der Kinder thematisiert, das erst seit 1989 durch die UN-Kinderrechtskonvention gesichert ist und dafür sorgt, dass Kinder innerhalb der Familie und Gesellschaft als Individuen betrachtet werden. In dem Segment, das von über 100 Kindern und Jugendlichen des Kinderforums van de Loo für die Pinakothek der Moderne gestaltet wurde, erhalten Kinder und Erwachsene kreative Anregungen zum Mitmachen.

Herrenchiemsee Asger Jorn Lockung
Asger Jorn (1914-1973) Lockung, 1960, Öl auf Hartfaserplatte, Erworben 1999, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst, Inv. Nr. 15536, Foto: Irma Hoffmann

Dem dänischen Künstler Asger Jorn (1914-1973), der auf Flohmärkten oft billige, kitschige Ölgemälde kaufte, sie mit wilden Fabelwesen übermalte und mit diesem Akt die Kunst vom bürgerlich-elitären Klischee befreite, war es schon in den späten 1950er-Jahren wichtig, ein Umfeld für Kinder zu schaffen, das sie „… zu wachen, ernst genommenen Mitgliedern der Gesellschaft macht.“

Das künstlerische Schaffen

In dem Saal zum Thema Das künstlerische Schaffen, geht es um die Freiheit der Kunst, verankert in Artikel 5 des Grundgesetzes, wo es heißt: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Und: „… eine Zensur findet nicht statt …“ Einschränkungen werden in den Vorschriften allgemeiner Gesetze … „zum Schutze der Jugend und … dem persönlichen Recht der Ehre“ gemacht. Gemäß Abs. 3 gilt: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei…“

Herrenchiemsee Pablo Picasso
Pablo Picasso (1881–1973), Le peintre et son modèle (Der Maler und sein Modell), 1963 Öl auf Leinwand, 195 x 130,3 cm Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München Seit 1970 Dauerleihgabe der Bayerischen Landesbank, München © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2026 Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Andreas Werne

Pablo Picasso (1881 – 1973), nach 1945 Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF), steht symbolisch für den Widerstand gegen faschistische Unterdrückung. Sein Gemälde Der Maler und sein Modell ist als Ausdruck künstlerischer Freiheit und individueller Selbstentfaltung zu verstehen, Grundpfeiler der Demokratie. Gemäß einem Zitat aus dem Jahr 1937 war er davon überzeugt, „… dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.“

So ist auch das Selbstporträt Max Beckmanns (1884-1950) aus dem Jahr 1941, in einer Zeit, als er sein künstlerisches Schaffen im niederländischen Exil unbeirrt fortsetzte, Ausdruck freier künstlerischer Entfaltung.

Herrenchiemsee Andy Warhol
[Andy Warhol] Raumaufnahme in der Ausstellung „Könnt ihr noch?“ – Kunst & Demokratie in Schloss Herrenchiemsee, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

Ein kunsthistorisches Großereignis dokumentiert Andy Warhols Porträt von Joseph Beuys, bei dem die beiden sich im Jahr 1979 in einer Düsseldorfer Galerie kennenlernten und Warhol Beuys bat, ihn mit seiner Polaroid Kamera fotografieren zu dürfen:

Andy Warhol nutzte in seiner Kunst Druckverfahren, um sie seriell zu vervielfältigen und damit für Massen zugänglich zu machen, als Medium demokratischer Kunst, das Kunstliebhabern mit kleinem Budget ermöglicht, hochwertige Werke zu kaufen.

Machtstrukturen und Geschlechterrollen stehen im Zentrum der in Kapstadt ausgebildeten und in London lebenden Lisa Brice (* 1968) ihres Schaffens. Für ihre Darstellungen weiblicher Figuren verwendet sie häufig ein markantes Kobaltblau. Blau lösche rassische Unterschiede aus und schaffe Raum für Transformation. Das Blau auf dem Gemälde ohne Titel von 2023 ist nur zart und bildet den Hintergrund, jedoch bricht hier Brice als selbstbestimmte Künstlerin mit traditionellen Repräsentationsformen mit einer Aktdarstellung des Modells vor einer ihre Vorderansicht reflektierenden Leinwand.

Herrenchiemsee Motherwell
[Motherwell] Raumaufnahme in der Ausstellung „Könnt ihr noch?“ – Kunst & Demokratie in Schloss Herrenchiemsee, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

Wunden und Brüche

Bei dem Thema Wunden und Brüche geht es um tiefgreifende Verletzungen nach traumatischen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Der US-amerikanische Maler des Surrealismus und Abstrakten Expressionismus Robert Motherwell (1915-1991) verarbeitete in seiner Kunst, insbesondere in seiner berühmten Serie Elegies to the Spanish Republic, ab 1948 in über 170 Bildern die Bedrohung der Demokratie durch den Faschismus und den tragischen Verlust demokratischer Ideale – eine Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des Spanischen Bürgerkriegs.

Deutschlandbilder

Herrenchiemsee Anselm Kiefer
[Anselm Kiefer] Ausstellungsansicht „Könnt ihr noch? – Kunst und Demokratie“, Neues Schloss Herrenchiemsee, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

Anselm Kiefer (*1945) leistet durch seine schonungslose Aufarbeitung des Holocaust einen wesentlichen Beitrag zur demokratischen Erinnerungskultur, indem er den NS-Terror demaskiert und den Betrachter zum Nachdenken bewegt. In seinem skulpturalen Werk „Morgenthau“ verweist er auf den sogenannten Morgenthau-Plan aus dem Jahr 1944, der Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entmilitarisieren und deindustrialisieren und somit in einen Agrarstaat zurückversetzen sollte. Die Schlange symbolisiert das Böse und der mit Asche überzogene Grund ein Land, aus dem nur vertrocknete Ähren wachsen können.

Persönliche und kollektive Geschichten

Über tonnengewölbte Stufen gelangt man zur Sektion Persönliche und kollektive Geschichten in dem riesigen Treppenhaus, das den eigens dafür entwickelten Skulpturen von Paloma Varga Weisz gewidmet ist.

Herrenchiemsee Palom Varga Weisz
Paloma Varga Weisz,Wilde Leute 19 (Mutter), 2026, Lindenholz, Courtesy Paloma Varga Weisz & Konrad Fischer Galerie, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

Zu Fragen der menschlichen Existenz, wie Identität, Verletzlichkeit und Traumata formt Weisz Figuren, die menschliche und tierische Züge tragen, die in einen faszinierenden Dialog mit der historischen Architektur treten. Thomas Schüttes (* 1954) Arbeiten im Treppenhaus sind Reaktionen auf die aktuelle Gesellschaft „ [… ] insbesondere auf Themen wie Machtstrukturen, Entfremdung und die Komplexität menschlicher Beziehungen…“.

Schmerz und Erschütterung

Schmerz, Gewalt, und Zerstörung erschüttern die Künstler während der Kriege des 20. Jahrhunderts. Als Ausdruck menschlicher Verwundbarkeit in den beiden Weltkriegen stellt die Bronzeskulptur Henry Moores (1898-1986) keinen triumphierenden Helden dar, sondern in ergreifender Weise einen in den Tod stürzenden Soldaten.

Der Faden der Demokratie

Herrenchiemsee Sheila Hicks
Sheila Hicks, Saffron Sentinel, 2017, Eingefärbte Fasern, ca. 7m hoch, Courtesy die Künstlerin, © Sheila Hicks / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

Ein zentrales Highlight in der Ausstellung bildet die monumentale, etwa 7 m hohe Textilinstallation von Sheila Hicks: Saffron Sentinel von 2017. Die in Paris lebende US-amerikanische Textilkünstlerin Sheila Hicks (* 1934) sprengt traditionelle Hierarchien zwischen „hoher Kunst“ (wie z. B. Malerei) und Handwerk. Sie verwendet weiche Materialien, wie Wolle, Leinen, Baumwolle und Seide und intensive Farben in Rot, Gelb und Orange. Inspiriert wird sie dabei durch Werke indigener Kulturen.

frei / unfrei

Exemplarisch für freies und diverses Kunstschaffen in der Epoche der Klassischen Moderne stehen die Werke von Ernst-Ludwig Kirchner (1880 -1938) und Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976). Der von den Nazis als entartet diffamierte Expressionist und Brücke-Maler Ernst Ludwig Kirchner lebte schon Anfang des 20. Jahrhunderts in freier, gleichberechtigter Gemeinschaft, ganz anders als es in dieser Zeit von dem strikten, autoritären System der akademischen Kunstwelt vorgegeben war. Sein Gemälde mit der Darstellung der Zwei Brüder M. (Mardersteig) in leuchtenden Farben und „radikal reduzierter Formensprache“ von 1921 steht als „Sinnbild für gegenseitiges Vertrauen und Fürsorge…“

Balanceakt

Herrenchiemsee Inge Mahn
[Inge Mahn] Ausstellungsansicht „Könnt ihr noch? – Kunst und Demokratie“, Neues Schloss Herrenchiemsee, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar

In der oberen Etage der Ausstellung stehen Inge Mahns (1943-2023), Balancierende Türme aus Gips von 1989 auf der Kippe, zusammengehalten durch ein Seil in einer fragilen Balance. Symbolhaft für unsere demokratische Gesellschaft, deren Balance leicht zerstört werden kann. Die Meisterschülerin von Joseph Beuys, realisierte plastische Kunst am Bau, basierend auf scharfsinnigen Beobachtungen zwischenmenschlicher Handlungen und deren sozialem Kontext.

Joseph Beuys, Demokratie ist lustig, 1973, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München

Den Abschluss dieser in jeder Hinsicht sehenswerten Ausstellung bildet ein Siebdruck, der Joseph Beuys zeigt, wie er 1972 durch ein Spalier von Polizeibeamten geht, nachdem er als Professor an der Kunst­akademie Düsseldorf entlassen wurde. Der Grund dafür war, dass er Proteste gegen restriktive Aufnahme­kriterien angeführt hatte. Auf das Foto seines polizeilich begleiteten Rauswurfs aus der Akademie schrieb Beuys: „Demokratie ist lustig“.

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

Könnt ihr noch? – Kunst und Demokratie
Pinakothek der Moderne im Schloss Herrenchiemsee
Schloss Herrenchiemsee
Veranstalter: Bayerische Staatsgemäldesammlungen | Pinakothek der Moderne, München 
18.5. – 18.10.2026Kuratiert von Verena Hein, Anja Heitzer und Oliver Kase

Das Wichtigste in Kürze

  • Kunst im Rohbau als irritierender Kontrast
  • Demokratische Leitmotive in dialogischer Hängung
  • Historischer Ort als Resonanzraum politischer Kunst

Schloss Herrenchiemsee: „Art and Democracy – Is that still possible?

The exhibition “Könnt ihr noch? – Kunst und Demokratie” at Herrenchiemsee Palace brings together more than fifty works from the Bavarian State Painting Collections inside the unfinished northern wing, whose construction ceased with the death of King Ludwig II in 1886. The contrast between baroque splendour and raw architecture opens striking new perspectives on works by Bacon, Beckmann, Beuys, Hicks, Immendorff, Kiefer, Mahn, Picasso, Warhol and others.
Located at the historic site of the 1948 constitutional convention, the exhibition recalls essential democratic values. Its thematic sections explore freedom, artistic autonomy, memory culture, trauma and social power structures. Beuys’s “Rose for Direct Democracy,” Picasso’s “The Painter and His Model,” Motherwell’s reflections on the Spanish Civil War or Kiefer’s “Morgenthau” exemplify politically and existentially charged art.
Highlights include Sheila Hicks’s monumental textile installation “Saffron Sentinel” and sculptural interventions in the grand staircase by Paloma Varga Weisz and Thomas Schütte. The interplay between artworks and historic architecture forms a powerful choreography of fractures, resonances and reflections on the fragility of democratic systems.

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