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Ars Electronica: Wo Zukunft Gestalt annimmt

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Ars Electronica abstrakt

Von Barbara Hoppe – Vom 9. bis 13. September verwandelt sich Linz wieder in einen Ort, an dem Science Art gefeiert wird. Das Ars Electronica Festival durchzieht die Stadt – mit einem besonderen Highlight: Das Ars Electronica Center feiert seinen 30. Geburtstag. Er fällt zusammen mit einer Neuerung: Nach acht prägenden Jahren in der POSTCITY und einem Schwerpunkt an der Johannes Kepler Universität verteilt sich die Kunst in diesem Jahr auf unterschiedlichste Schauplätze in der ganzen Stadt. Denn das alte, mächtige Postverteilzentrum POSTCITY – Nukleus des Festivals in den letzten Jahren – verschwindet in seiner jetzigen Form und macht neuen Wohn- und Geschäftsräumen Platz.

Die Stadt als Resonanzraum

So erleben die Besucher dieses Mal stattdessen ein weitläufiges Geflecht aus Kunstorten, Sakralräumen, Hochschulen, Museen, Straßen und öffentlichen Plätzen. Ganz Linz wird zum Ausstellungsraum. Die zentralen Ankerpunkte bilden dabei das OK QUARTER, das DANUBE TRIANGLE und der MED CAMPUS. Dazwischen laden die Ursulinenkirche, die Karmeliten-Krypta und das Francisco Carolinum, aber auch das Priesterseminar, ein Krankenhaus, eine Schule, Museen und Plätze ein, den reizvollen Gegensatz zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erfahren.

Was Menschsein heißt

In gewisser Weise passt diese Veränderung im Konzept, das immer wieder neue Austarieren der Möglichkeiten, auch zum diesjährigen Motto des Festivals „Future begins – Negotiating Humanity“. Was ein bisschen wie eine Konferenzankündigung klingt, legt den Finger in den wunden Punkt unserer Gegenwart: Menschsein ist kein Zustand, den man einmal definiert und dann in Ruhe verwaltet. Es wird ständig neu verhandelt – zwischen Maschine und Körper, zwischen dem, was wir wissen, und dem, woran wir zweifeln. Und das darf auch politisch formuliert sein: Zukunft soll – so die Ankündigung – kein Automatismus der Profitlogik sein, sondern ein demokratischer Möglichkeitsraum.

Dabei bleibt sich das Festival treu, Theorie BE-GREIF-BAR zu machen. Am MED CAMPUS treffen Kunst und Wissenschaft aufeinander; das „create your world“-Festival lädt generationenübergreifend zum Bauen, Basteln, Ausprobieren und Diskutieren ein. Im DANUBE TRIANGLE – rund um Ars Electronica Center, Lentos Kunstmuseum, Stadtwerkstatt und Kunstuniversität – versammeln sich Projekte, Ausstellungen, Vorträge und Performances. Im Lentos werden die prämierten Arbeiten des Prix Ars Electronica gezeigt, während das Ars Electronica Center mit Deep Space, Futurelab Night und der Konferenz „Expanded“ aufwartet. Mit „Archipelago of Possible Futures“ richtet sich der Blick zudem auf Europas digitale und ökologische Zukunft. Welche Infrastrukturen brauchen wir, damit Technologie nicht weiter trennt, sondern verbindet? Wie lassen sich Innovation und soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und demokratische Teilhabe zusammendenken?

Klang gegen den Untergang

Zur Eröffnung am 9. September trifft im Mariendom das Bruckner Orchester Linz unter Markus Poschner auf zeitgenössische Technologie. Am 10. September werden im Design Center die Preise des Prix Ars Electronica, des STARTS Prize, von State of the ART(ist) und „AI for Social Impact“ vergeben. Der Posthof wird am folgenden Abend zum Ort für Konzerte, Performances und elektronische Nachtklänge; am 12. September widmet sich der „Sonic Saturday“ an der Anton Bruckner Privatuniversität dem Klang als einer Form, Welt nicht nur zu erklären, sondern zu erleben.

Mit der Linzer Klangwolke am Samstagabend auf der Donau findet das Festival schließlich seinen glamourös-spektakulären Höhepunkt. ATTheENDLinz des Regisseurs Felix Breisach ist ein poetisch-musikalisches und zugleich experimentelles Erlebnis, das sich mit der Stadt Linz auseinandersetzt und sich gleichzeitig dem Untergangsszenario mit offenen Augen stellt. Ein sinnliches Erlebnis von Klang, Raum, Empathie, Furcht, Zuversicht und Hoffnung. Es ist eine besondere Art der Offenheit, der Auseinandersetzung mit den Themen und Herausforderungen unserer Welt, des Umgangs mit Kunst und Wissenschaft, mit der die Ars Electronica seit Jahrzehnten Maßstäbe setzt. Was Menschsein heute bedeutet – zwischen Technologie, Gesellschaft und Zukunft – findet seinen künstlerischen Ausdruck hier. Wer diese Fragen in Kunst erfahrbar sehen will, kommt an diesem einzigartigen Festival an der Donau nicht vorbei.

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

Ars Electronica 20268. – 13. September 2026
Linz, ÖsterreichLocations
Programm

Das Wichtigste in Kürze

  • Linz wird zum weitläufigen Ausstellungsraum
  • Kunst, Wissenschaft und Technologie treten in Dialog
  • Klangwolke und Mariendom verbinden Raum und Gegenwart

Ars Electronica: Where the future takes shape

From 9 to 13 September, Linz once again becomes a place where Science Art is celebrated. For the 30th time, the Ars Electronica Festival spreads across the city. After eight formative years in POSTCITY and a focus on Johannes Kepler University, art now moves to venues throughout Linz. The former postal distribution centre is disappearing in its previous form, making way for new residential and commercial spaces.

A broad network of art venues, sacred spaces, universities, museums, streets and public squares emerges. The central hubs are OK QUARTER, DANUBE TRIANGLE and MED CAMPUS. The Ursuline Church, Carmelite Crypt, Francisco Carolinum, seminary, hospital, school and public squares bring past, present and future into dialogue.

The motto, “Future Begins – Negotiating Humanity”, asks what it means to be human today: between machine and body, knowledge and doubt. The future should not become an automatism of profit logic, but a democratic space of possibility.

Art and science meet at MED CAMPUS; projects, exhibitions, lectures and performances gather in the DANUBE TRIANGLE. Highlights include the opening with the Bruckner Orchestra in Mariendom, award ceremonies, concerts at Posthof, Sonic Saturday and the Linz Klangwolke. ATTheENDLinz faces a scenario of decline with open eyes: an experience of sound, space, fear, confidence and hope.

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