Stadt, Küste, Hafen, Himmel: Eine neue Zine-Reihe von Heiko Westphalen verdichtet fotografische Reiseeindrücke zu handlichen Heften – zwischen Postkarte und Bildband. Von Barbara Hoppe
Es gibt Reisebilder, die weder als Schnappschuss am Kühlschrank geeignet sind noch als schwerer Bildband im Bücherregal verstauben dürfen. Für sie gibt es nun ein Format, das leicht in der Hand liegt und doch dem Motiv gerecht wird: eine Reihe fotografischer Zines von Heiko Westphalen. Kleine Formate, die einen eigenen Blick zwischen Postkarte und Bildband auf Städte und Landschaften erlaubt. Der Begriff stammt von „Magazine“ beziehungsweise „Fanzine“ – kleine, unabhängig produzierte Publikationen, die seit Jahrzehnten für eine unmittelbare, persönliche und oft experimentelle Bild- und Textkultur stehen. Bei Heiko Westphalen liegt der Fokus auf der Fotografie – bewusst wortkarg und ganz auf das Sehen gerichtet.
Zwischen Stadt und Horizont
Der in Flensburg lebende Künstler ist in Schleswig-Holstein geboren, verbrachte prägende Jahre von 1979 bis 1989 im damaligen West-Berlin und kehrt bis heute immer wieder in die Hauptstadt zurück. Zwischen Berlin und dem Norden, zwischen urbanem Wandel und der Weite der Landschaft, hat sich ein Bildkosmos entwickelt, in dem das Alltägliche poetisch werden darf – gespeist aus dem Gespür für den unerwarteten Moment, die besondere Perspektive und jene Details, an denen andere achtlos vorbeigehen.




Die Hefte versammeln jeweils 14 Fotografien, darunter zwölf Panoramen. Sechzehn Ausgaben seiner Zines sind derzeit erhältlich. Die fotografische Reise-Reihe führt nach Berlin – in Farbe, in Schwarzweiß und mit urbanen Spray-Spuren –, nach Hamburg und St. Pauli, an die Nord- und Ostseeküste, nach Nordfriesland, Kiel, Schleswig, Kappeln, Arnis, Eckernförde, Flensburg und ins Broagerland. Es ist ein geographischer Bogen, der die großen Städte nicht gegen den Norden ausspielt, sondern beides in reizvollen Dialog setzt: urbane Textur und weite Horizonte, Architektur und Wasser, Bewegung und norddeutsche Stille, und bald auch einen Hauch Neapel.
In Zeiten der schnellen Smartphone-Fotos und – Selfies, sind Westphalens Zines eine willkommene Gelegenheit, in kleinem Format und kunstvoll auf Reisen zu gehen und die Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen.
Was die Reihe sehenswert macht
- Vierzehn Fotografien je Heft, inkl. Panorama
- Stadtansichten und Küstenlandschaften im Dialog
- Kleinformat zum Innehalten
Heiko Westphalen: Travelling on a small scale with zines
There are travel images that belong neither as snapshots on a refrigerator nor as heavy picture books gathering dust on a shelf. Heiko Westphalen has found a compact format for them: photographic zines that offer a distinct view of cities and landscapes somewhere between postcard and art book. These small, independently produced booklets are deliberately sparing in words and wholly devoted to seeing.
Born in Schleswig-Holstein and now living in Flensburg, Westphalen spent formative years in what was then West Berlin. His recurring visits to the capital inform a visual world suspended between urban change and northern expanses. The ordinary becomes poetic through unexpected moments, unusual perspectives and details others overlook.
Each issue brings together 14 photographs, including twelve panoramas. Sixteen editions lead to Berlin, Hamburg and St. Pauli, to the North and Baltic Sea coasts, and to North Frisia, Kiel, Schleswig, Kappeln, Arnis, Eckernförde, Flensburg and Broagerland. Architecture and water, movement and stillness enter into an idiosyncratic dialogue.
A trained typesetter and longtime print-graphics practitioner, Westphalen combines photography with digital textures and graphic processes. His images retain their photographic origin while acquiring surfaces reminiscent of painting or printmaking. Paper, printing and craft give the zines their particular presence.
