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Literatur

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Jannowitzbrücke

Eine Kurzgeschichte von frank von frei „Können Sie mir vielleicht helfen?“, fragte er mich höflich und unaufdringlich, in etwa so, wie sich ein Mensch in einer fremden Stadt bei einem anderen, dem Anschein ortsbewanderten und ihn nicht brüsk abweisenden, nach dem Weg erkundigt und doch… Weiterlesen »Jannowitzbrücke

18 Sekunden mit … Dieter Wellershoff, der in diesem Jahr 90 Jahre alt wurde

Der Winter – ein weißer Streifen auf grauem Papier, trockener Teefleck in einer weißen Tasse. Am Himmel bewegt sich nichts. Bäume in der Windstille, schwarz. Balkone voller Sommergerümpel. Jemand räuspert sich, als wollte er zu reden beginnen, und schweigt. 1989   Dieter Wellershoff Zwischenreich Gedichte… Weiterlesen »18 Sekunden mit … Dieter Wellershoff, der in diesem Jahr 90 Jahre alt wurde

Feuilletonscout empfiehlt ...“Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

!Tipp: “Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

Feuilletonscout – Rezension

Feuilletonscout empfiehlt ...“Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren
Coverabbildung © Ullstein Verlag

Dieses Buch ist eine Entdeckung. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Dabei sind es eigentlich „nur“ Tagebücher. Aber sie entstanden nicht irgendwann, sondern sie decken die Kriegsjahre von 1939 bis 1945 ab. Und die Autorin heißt Astrid Lindgren.

Mit den Worten „Oh! Heute hat der Krieg begonnen“ beginnt die großartige Kinderbuchautorin ihre Aufzeichnungen am 1. September 1939. Silvester 1945 schließen sie mit den guten Wünschen „Ich wünsche mir selber ein gutes neues Jahr! Mir und den Meinen! Und möglichst auch der ganzen Welt, aber das ist vermutlich zu viel verlangt. Doch selbst wenn es vielleicht kein gutes neues Jahr werden kann, wird es vielleicht ein besseres neues Jahr“. Zwischen diesen beiden Einträgen liegen Jahre des Krieges, in denen Schweden wie eine Insel der Glückseligen vom Schlimmsten verschont bleibt. Zwar gab es auch hier Einschränkungen und Lebensmittelrationierungen, aber Astrid Lindgren kann es selbst kaum begreifen, dass es den Schweden trotz des europäischen Flächenbrandes verhältnismäßig gut geht. Ihr Mann, Sture, macht sogar Karriere, sodass sich die Familie den Umzug in eine größere Wohnung leisten kann.

Schwedisches Familienleben…

Als Astrid Lindgren anfing, ihre Kriegstagebücher zu schreiben, arbeitete sie Weiterlesen »!Tipp: “Die Menschheit hat den Verstand verloren.“ Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren

Literatur ohne Worte: Marc-Antoine Mathieu „Richtung“

Literatur ohne Worte: Marc-Antoine Mathieu „Richtung“

Literatur ohne Worte: Marc-Antoine Mathieu „Richtung“Ein Buch ganz ohne Worte. Ein Comic? Eine Graphic Novel? Irgendwie ja, irgendwie nein. Der französische Zeichner Marc-Antoine Mathieu begleitet einen Mann durch eine labyrinthische Welt. Was gibt ihm Lebenssinn? Wohin treibt es ihn? Er folgt Richtungspfeilen und Hinweisen durch die Leere des Seins.

Marc-Antoine Mathieu veröffentlichte sein erstes Buch „Paris-Mâcon“ 1987 gemeinsam mit seinem Bruder Jean-Luc. 1989 begann er seine preisgekrönte Reihe um Corentin Acquefacques, einem Angestellten im Ministerium für Humor. Daneben entstanden immer wieder Einzelbände.Weiterlesen »Literatur ohne Worte: Marc-Antoine Mathieu „Richtung“

Lyrik: „Sonette Aus Dem Portugiesischen“ von Elizabeth Barrett Browning

Lyrik: „Sonette aus dem Portugiesischen“ von Elizabeth Barrett Browning

Lyrik: „Sonette Aus Dem Portugiesischen“ von Elizabeth Barrett BrowningIhre Geschichte ist melancholisch-schön, wie man es sich für einen Roman aus dem viktorianischen Zeitalter wünscht, und doch ist sie wahr: Elizabeth Barrett Browning galt als „alte Jungfer“, schlimmer noch, als gebildete „alte Jungfer“. Geboren 1806 in Durham, England, erkrankte sie bereits als Jugendliche, was ihr zeitlebens eine schwache Gesundheit, eine Rückgratverletzung und ein Lungenleiden hinterließ. Ihrer literarischen Produktivität tat dies jedoch keinen Abbruch. Als 1844 der sechs Jahre jüngere Dichter Robert Browning auf ihre „Poems“ aufmerksam wurde, war dies der Beginn einer großen Liebe. Über die Strenge des Vaters, der eine Eheschließung verbot, setzen sich beide hinweg. Elizabeth und Robert heirateten heimlich und gingen nach Florenz, wo sie bis zu Elizabeths Tod 1861 glücklich lebten. Dort drängte Robert seine Frau, die vielen Liebesgedichte, die sie für ihn geschrieben hatte, zu veröffentlichen. Und da es damals einer Frau unmöglich war, ihr Seelenleben derart offenzulegen, gab man die Werke als Übersetzung aus dem Portugiesischen heraus.Weiterlesen »Lyrik: „Sonette aus dem Portugiesischen“ von Elizabeth Barrett Browning

Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

48 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Dezember

48 Sekunden mit ... Erich Kästner (1899 – 1974) im DezemberDer Dezember

Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, daß man’s versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum. Weiterlesen »48 Sekunden mit … Erich Kästner (1899 – 1974) im Dezember

Literatur: Rüdiger Safranski „Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen“

Literatur: Rüdiger Safranski „Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen“

Literatur: Rüdiger Safranski „Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen“Zeit kann lang sein oder schnell vergehen. Die Uhren geben uns ein vermeintlich objektives Zeitmaß. Doch was macht Zeit mit uns wirklich – angesichts von Sorgen und Ängsten, von Lust und Leidenschaft, im Spiel, in der so genannten Langeweile, im täglichen Getriebe, in den Medien, in der Gleichzeitigkeit unserer globalisierten Welt?

Rüdiger Safranski geht dem Phänomen nach und appelliert, diesem wertvollen Gut wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken und Zeiterfahrung zurückzugewinnen.

Der Autor verfasste zahlreiche Bücher über menschliche Grundfragen wie die nach „Wahrheit“ oder über das „Böse“. Auch seine Biographien u.a. über E.T.A. Hoffmann, Heidegger, Nietzsche oder Schiller und zuletzt seine Bestseller über die Romantik (2007), über die Freundschaft von Goethe und Schiller (2009) und über Goethe (2013) machten ihn einem breiten Publikum bekannt.Weiterlesen »Literatur: Rüdiger Safranski „Zeit. Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen“