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Literatur

Feuilletonscout empfiehlt ... „Der König von Berlin“. Ein Berlinkrimi von Horst Evers

!Tipp: „Der König von Berlin“. Ein Berlinkrimi von Horst Evers

Rezension von Barbara Hoppe

Feuilletonscout empfiehlt ... „Der König von Berlin“. Ein Berlinkrimi von Horst Evers
Coverabbildung © rowohlt Verlag

Man mag ihn nicht wirklich, diesen Kommissar Lanner, der Dank eines grandios gelösten Mordfalls aus dem niedersächsischen Cloppenburg direkt in die Mordkommission nach Berlin versetzt wird. Dort wird er, der Ehrgeizige, zurechtgestutzt: die Großstadt, die Berliner Schnauze und das rumplige Verhalten seiner neuen Kollegen dampfen ihn immer wieder auf das ein, was er eigentlich ist: ein ehrgeiziger Provinzler, der verzweifelt versucht, in der Hauptstadt zu punkten und den Respekt seiner Kollegen zu erhalten – und doch regelmäßig alles falsch macht, weil er die Stadt mit ihren eigenen, auch zwischenmenschlichen Gesetzen, nicht versteht. Wie eine Parodie des „Jetzt-zeig‘- ich-es-ihnen –aber-mal“ – Einzelgängers kommt er daher und scheitert immer wieder, namentlich an Manfred Kolbe von der Spurensicherung, ein kleiner „Ick-bin-een-Berliner“ – Verschnitt nach dem Motto „Du kannst mir gar nix, du Dorfscheriff, du.“

Und dann sind da diese Mordfälle. Leiche Nummer eins liegt schon seit einem halben Jahr im Hof hinter dem Mietshaus verbuddelt und wird Weiterlesen »!Tipp: „Der König von Berlin“. Ein Berlinkrimi von Horst Evers

Kunst auf Geldscheinen: Tanja Prill, Alberto Vieceli, Sebastian Cremers „Money“

Kunst auf Geldscheinen: Tanja Prill, Alberto Vieceli, Sebastian Cremers „Money“

Jeder von uns hat kleine, grafische Meisterwerke zu Hause, im Portemonnaie, in der Jacken- oder Hosentasche: Geldscheine. Wer sie einmal genauer betrachtet, erkennt feinste Kunst, voller Symbolik und für das Land, aus dem der Schein kommt, mit tiefer Bedeutung. So finden sich auf den Euro-Scheinen… Weiterlesen »Kunst auf Geldscheinen: Tanja Prill, Alberto Vieceli, Sebastian Cremers „Money“

herr beckmann

„Eine dänische Prinzessin“. Eine Kurzgeschichte von Stephan Reimertz

»Haben Sie von Prinzessin Karin gehört?« »Die Nichte der dänischen Königin?« »Ich war sieben Jahre Dienstmädchen bei ihr. Von dem Jahr an, als sie nach Paris kam, bis zu ihrem frühen Tod.« »Woran ist sie gestorben?« »Die Ärzte konnten es nicht sagen. Ich glaube, sie… Weiterlesen »„Eine dänische Prinzessin“. Eine Kurzgeschichte von Stephan Reimertz

Literatur: „Michail Ossorgin: Eine Straße in Moskau“

Literatur: „Michail Ossorgin: Eine Straße in Moskau“

Michail Ossorgin_Eine Straße in Moskau„Eine Straße in Moskau“, das ist die Siwzev Wrazhek, eine kleine, ruhige Passage im Zentrum der russischen Hauptstadt. Und eine Adresse, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine begehrte Wohnlage für Literaten war: Tolstoi lebte hier, ebenso wie die Dichterin Marina Zwetajewa. Szenen in Pasternaks „Dr. Schiwago“ spielen ebenfalls in der kaum 40 Häuser umfassenden Gasse.

Im Roman von Michail Ossorgin begegnet der Leser dem alten Ornithologen Prof. Iwan Alexandrowitsch und seiner Enkelin Tanja. In ihrem Haus in der Siwzev Wrazhek wird gelebt und geliebt, finden Teegesellschaften und Hauskonzerte statt. Doch beginnt der Roman 1914 und das Grauen des Ersten Weltkriegs zerstört die bürgerliche Idylle. Schon bald muss jeder sehen, wie er mit Krieg, Revolution und Bürgerkrieg zurechtkommt: die einen passen sich an, andere begehen Selbstmord oder werden verhaftet und hingerichtet, wieder andere machen Karriere. Der Professor muss Bücher versetzen, um zu überleben. Und als er und seine Enkelin 1920 schließlich ein lang entbehrtes Brötchen in den Händen halten, teilen sie es feierlich und genießen das kleine Festmahl.Weiterlesen »Literatur: „Michail Ossorgin: Eine Straße in Moskau“

Literatur: Werner Busch „Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit“

Literatur: Werner Busch „Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit“

Literatur: Werner Busch „Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit“Er maß nur 1,40m und war Autodidakt: Adolph Menzel, 1815 in Breslau geboren und 1905 in Berlin gestorben, wurde trotzdem ein ganz Großer seiner Zeit. Durch den Auftrag, Illustrationen für ein mehrbändiges Werk zur Geschichte Friedrichs des Großen anzufertigen, gelang Adolph Menzel 1839 der künstlerische Durchbruch. Fortan war die Zeit Friedrich des Großen sein Sujet, ohne jedoch die Herrscher zu verherrlichen, was ihm die Kritik des preußischen Königshauses einbrachte. Waren es zunächst historische Ereignisse – berühmt geworden ist das Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci – die er in seinen Bildern festhielt, verlegte er sich mit der Zeit auf aktuelle Themen, in denen er die Wirklichkeit schonungslos abbildete und die ihm nicht nur das Attribut des bedeutendsten deutschen Realisten des 19. Jahrhunderts einbrachten, sondern auch bereits zu Lebzeiten zahlreiche Ehrungen.Weiterlesen »Literatur: Werner Busch „Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit“

Literatur: Johannes Bobrowski „Levins Mühle“

Literatur: Johannes Bobrowski „Levins Mühle“

Literatur: Johannes Bobrowski „Levins Mühle“Es ist das Jahr 1874. In einem kleinen westpreußischen Ort in der Nähe von Thorn, in Neumühl am Unterlauf der Weichsel, hat der deutsche Großvater des Erzählers, ein Mühlenbesitzer, das Wasser gestaut und anschließend die Mühle seines Konkurrenten, des polnischen Juden Leo Levin weggespült. Der Großvater meint, damit ein „natürliches Recht“ auszuüben. Doch Levin lässt sich das nicht gefallen und zieht vor Gericht. Und hier kann der Leser nun den verschiedenen Lagern und den Geschichten des kleinen Ortes folgen, erzählt von geschwätzigen und schweigsameren Menschen, inmitten einer Landschaft, die umgeben ist von Wiesen, Wäldern und Flüssen, und wo Tiere zum Leben der Menschen gehören. Menschen, die unterschiedlicher kaum sein können, treffen hier dochWeiterlesen »Literatur: Johannes Bobrowski „Levins Mühle“

Literatur: Bruno Preisendörfer „Als Deutschland noch nicht Deutschland war – Reise in die Goethezeit“

Literatur: Bruno Preisendörfer „Als Deutschland noch nicht Deutschland war – Reise in die Goethezeit“

Literatur: Bruno Preisendörfer „Als Deutschland noch nicht Deutschland war – Reise in die Goethezeit“Eine Reise in den Alltag der Goethezeit: Wer sich auf den rund 500 Seiten langen Weg macht, steht 1775 um 5 Uhr morgens vor dem Haus des Kammergerichtspräsidenten von Kalb und sieht Goethe in der Kutsche vorbeifahren. Er, der Leser (nicht Goethe) reist nach Berlin, wo er an den Stadttoren Befragungen und Gepäckdurchsuchung über sich ergehen lassen muss, bis er den Passierschein in den Händen hält, nur um bei der Ankunft im Quartier gleich den nächsten – diesmal polizeilichen – Kontrollbogen ausfüllen zu müssen. Man lugt in eine philanthropische Reformschule und sitzt zwischen Bauernkindern in einer Dorfschule ebenso wie auf den Bänken der Universität, um Fichte und Kant zuzuhören. Mit E.T.A. Hoffmann übersteht der Leser Abenteuer, in Berlin schaut er vom Gendarmenmarkt aus auf eine brennende Stadt und ist schließlich Mäuschen im Anatomiesaal zu Jena.

Bruno Preisendörfer stützt sich in seinem Buch „Als Deutschland noch nicht Deutschland war“ auf zahlreiche Romane, Briefe, Aufsätze und Zeitschriften sowie kulturhistorische Forschungsliteratur, „verbirgtWeiterlesen »Literatur: Bruno Preisendörfer „Als Deutschland noch nicht Deutschland war – Reise in die Goethezeit“

Eine Minute und 14 Sekunden mit .... Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Eine Minute und 14 Sekunden mit …. Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat

Der Dreizehnte Monat Wie säh er aus, wenn er sich wünschen ließe? Schaltmonat wär? Vielleicht Elfember hieße? Wem zwölf genügen, dem ist nicht zu helfen. Wie säh er aus, der dreizehnte von zwölfen? Der Frühling müßte blühn in holden Dolden. Jasmin und Rosen hätten Sommerfest.… Weiterlesen »Eine Minute und 14 Sekunden mit …. Erich Kästner (1899 – 1974) im dreizehnten Monat